Grenzen überschreiten

Ferien

Mit gewissen Vorkehrungen und der Beachtung einiger Regeln ist es heute möglich, als Hämophiler unbeschwert und sicher andere Länder zu besuchen.
Wie bei jedem Urlaub ist eine gute Vorbereitung notwendig, für die man sich unbedingt Zeit nehmen sollte. Hier finden Sie Wissenswertes und viele Tipps und Formulare, die für ein sicheres Reisen gerade im Ausland hilfreich bzw. notwendig sind.

Vorbereitung auf die Reise

Ärztliche Versorgung vor Ort
Bevor man sich für eine Reise ins Ausland entscheidet, sollte man sich gut informieren, in welchen Ländern eine unserem Standard in etwa entsprechende Substitutionsbehandlung gewährleistet ist.  

Die Firma Baxalta hat in Kooperation mit der Welt-Hämophilie-Gesellschaft (World Federation of Hemophilia) ein Verzeichnis (Travel Guide) weltweiter Hämophilie-Behandlungszentren herausgegeben.  Dieser Guide ist erhältlich über die Patientenorganisation SHG oder beim Behandlungszentrum. Zudem findet man auf der World Federation of Hemophilia Webseite www.wfh.org eine weitere Liste mit allen Zentren weltweit .

Es ist wichtig sich zu informieren, wie weit das Behandlungszentrum vom Urlaubsort entfernt ist, welche Transportmöglichkeiten zur Verfügung stehen und wie problemlos man auf diese zurückgreifen könnte. Auch wenn man sich für den Urlaub mit einer ausreichenden Menge an Faktorkonzentraten versorgt, können im Notfall (z.B. Verlust des Gepäcks, unerwartete Blutungen und damit Fehlkalkulation der benötigten Menge) zusätzliche Mengen erforderlich werden. Medikamente einfach per Paket nachzusenden, ist nicht zu empfehlen. Zum einen ist der Versand ins aussereuropäische Ausland aufgrund der Zollbestimmungen sehr kompliziert. Zum anderen sind Pakete selbst innerhalb Europas teilweise mehrere Tage ohne Kühlung unterwegs.

Im Ausland muss man die Kosten für eine Behandlung und die notwendigen Medikamente oft selbst tragen. Zudem ist sogar im europäischen Ausland die Versorgung mit Gerinnungspräparaten aufgrund der hohen Kosten meist gesondert geregelt. Der Zugriff auf diese Präparate könnte daher schwierig sein.

Man sollte sich unbedingt mit der Krankenkasse über eine Kostenübernahme im Notfall und nach der Verfügbarkeit von Gerinnungspräparaten erkundigen. So könnte  man bereits im Vorfeld Kontakt zu einem Behandlungszentrum in der Nähe des Urlaubsortes aufnehmen und diese Fragen verbindlich klären.

Der Medikamentenkoffer
Das Ziel und die Dauer der Reise sollte mit dem Arzt besprochen werden, sowie das berechnen der Menge an Faktorkonzentrat und Injektionswasser (durchschnittlicher Verbrauch plus Reserve für eventuelle Verletzungen), die man unbedingt mitnehmen muss. Da nicht vorauszusehen ist, welchen Temperaturen die Konzentrate während der Reise ausgesetzt sind, ist die Aufbewahrung in einer Kühlbox sehr zu empfehlen.
Falls man mit dem Auto reist, sollte die Kühlbox während einer längeren Rast in der Sonne im Fahrgastraum verstaut werden, da hier niedrigere Temperaturen als im Kofferraum herrschen.

Die Kühlkapazität der Minibars in Hotels reicht im Allgemeinen nicht aus, um Ihre Faktorkonzentrate und andere Medikamente ausreichend zu kühlen. Bitten Sie darum, Ihre Medikamente in einem richtigen Kühlschrank, z. B. in der Hotelküche, aufbewahren zu dürfen.

Für den Notfall: Wichtige Artikel für den Medikamentenkoffer:

  • Wundschnellverband
  • Rollenpflaster
  • Desinfektionsmittel
  • Tupfer
  • Ersatz-Butterflys und normale Kanülen
  • Staubinde

Reiseapotheke

  • Elastische Binde
  • Fieberthermometer
  • Sterile Einmalspritzen und Kanülen

Medikamente zur Behandlung von:

  • Durchfall
  • Schmerzen und Fieber
  • Übelkeit und Reisekrankheit
  • Husten
  • Schnupfen
  • Halsschmerzen
  • Grippalen Infekten
  • Kleinen Wunden
  • Insektenstichen und Insektenabwehr
  • Cyklokapron® (rezeptpflichtig)
  • Eistasche (cold pack)
  • Pflaster für kleine Verletzungen
  • Sonnenschutzmittel und Mittel bei Sonnenbrand

Impfungen
Auch bei Reisen im Inland sollten Sie über einen ausreichenden Impfschutz gegen Diphtherie, Tetanus (Wundstarrkrampf), Hepatitis A und B sowie Poliomyelitis (Kinderlähmung) verfügen. Sprechen Sie frühzeitig (mindestens drei Monate im Voraus) mit Ihrem Arzt, falls eine Auffrischung notwendig ist. Falls Ihr Arzt wenig Erfahrung mit Hämophilie hat, teilen Sie ihm mit, dass Impfungen bei Ihnen subkutan (unter die Haut) erfolgen müssen.
Informationen über besondere Schutzmassnahmen für Reisen in tropische Länder (z.B. ob eine Malariaprophylaxe nötig ist) erhalten Sie über Ihr Hämophiliezentrum, oder über die Internetseiten des BAG (www.bag.admin.ch) und über www.safetravel.ch.

Tipp
Informieren Sie sich frühzeitig bei Ihrer Versicherung über die Modalitäten einer Rückbezahlung der Kosten im Falle einer Hospitalisation oder einer Rückführung ins Heimatland. Dabei ist eine Gönnermitgliedschaft bei der REGA empfehlenswert.

Weitere empfehlenswerte Versicherungen:

  • Auslands-Reisekrankenversicherung
  • Reiserücktrittsversicherung
  • Reisegepäckversicherung
  • Reiseunfallversicherung


Reisedokumente / Dokumenten Checkliste:

  • Neben den üblichen Reisedokumenten, wie Personalausweis oder Reisepass, sollten Sie folgende Unterlagen einpacken:
  • Hämophilie-/Notfallausweis
  • Gegebenenfalls Schwerbehindertenausweis
  • Adressverzeichnis weltweiter Hämophilie-Behandlungszentren
  • Impfausweis
  • Ärztliches Attestformular (über ihr Behandllungszentrum zu beziehen)
  • Krankenversicherungskarte und Policen Nr. der Versicherung
  • Falls notwendig, ein Visum. Informationen hierzu erhalten Sie über die diplomatischen Vertretungen Ihres Urlaubslandes
  • Internationale WFH Briefvorlagen (Zoll, Arzt und Flughafen) in Englisch: http://www.wfh.org/en/page.aspx?pid=901

Sprachführer:

Weitere Informationen:

Sport und Fitness

Bewegung und Hämophilie
Körperliche Aktivität ist ein wichtiger Bereich in einem gesunden Leben. Sport und Bewegung haben eine umfassende Wirkung auf unseren Körper, werden doch Seele und Geist neben dem Körper mit beeinflusst.
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Versicherungen

Krankenkasse  und Invalidenversicherung
Es gibt immer wieder Fragen zur Krankenversicherung und Invalidenversicherung für Menschen mit Hämophilie.  Hier finden Sie einige wichtige Informationen

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